o.Univ.-Prof. i.R. Dr. Wilhelm Pratscher

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Kurzbiographie

  • Geb. 1947 in Redlschlag (Bgld.)
  • 1966-1972 Studium der Evangelischen Theologie in Wien, Erlangen und Heidelberg
  • 1973 Promotion in Wien. Assistent an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien
  • 1975/76 1. Vikariatsjahr
  • 1985 Habilitation in Wien
  • 1988 Assistenzprofessor in Wien
  • 1989/90 2. Vikariatsjahr und Ordination
  • 1991/92 Lehrstuhlvertretung in Hamburg, 1995/96 in Bonn
  • 1996 o. Univ. Prof. in Bonn
  • 1998 o. Univ. Prof. in Wien

Forschungsschwerpunkte

  • Geschichte des frühen Christentums (Pratscher, Öhler)
  • Apostolische Väter
  • Apologeten

Projekte

Geschichte des frühen Christentums

Die Disziplin "Geschichte des frühen Christentums " versucht, die erhebbaren Daten des frühen Christentums zu sichten, auf ihre historische Glaubwürdigkeit hin zu befragen und zu einem Gesamtbild zusammenzufügen. Sie steht in enger Beziehung zu den Disziplinen "Einleitung in das Neue Testament" und "Theologie des Neuen Testaments", fragt aber nicht primär nach der Entstehung von Literatur und Theologie, sondern nach der der Gruppe. Hintergrund ist die Frage nach dem soziokulturellen Umfeld, das in vielfältiger Weise auf die Geschichte der frühen Kirche einwirkte und zu recht verschiedenen Ausprägungen von Gemeinschaftsformen führte.

In diesem Kontext soll zunächst eine größere Arbeit zur Spätzeit des Neuen Testaments vorgelegt werden: Die Auseinandersetzung mit Gegnern in den Spätschriften des Neuen Testaments. Die Ausbildung des Selbstverständnisses der werdenden Großkirche erfolgte in einem hohen Maße in der Auseinandersetzung mit abweichenden Lehrmeinungen. Welche das sind und wie die Auseinandersetzung in den Spätschriften des Neuen Testaments geführt wurde, soll in einer Monographie behandelt werden.

Publikationen (Auswahl):
  • Pratscher
    • Die Stabilisierung der Kirche als Anliegen der Pastoralbriefe, in: StNTU, Ser A 18, 1993, S. 133-150.
    • Das Christentum in Syrien in den ersten zwei Jahrhunderten, in: P. Haider – M. Hutter - S. Kreuzer (edd), Religionsgeschichte Syriens. Von der Frühzeit bis zur Gegenwart, 1996, S. 273-284. 405f. 457-459.
    • Paulus und das Judentum: WJTh 3, 2000, S. 199-208.
  • Öhler
    • Barnabas. Die historische Person und ihre Rezeption in der Apostelgeschichte, WUNT 156, Tübingen 2003

Kommentar zum 2. Klemensbrief

Der 2. Klemensbrief gilt traditioneller Weise als die älteste erhaltene christliche Predigt und ist in nur drei z.T. unvollständigen Handschriften erhalten. Er gehört zu den sog. Apostolischen Vätern und ist in vieler Hinsicht ein umstrittenes Dokument. Ganz unterschiedlich beurteilt werden nicht nur die Fragen nach Entstehungszeit und –ort, sondern auch die nach dem Verfasser, der Struktur, dem literarischen Charakter, den Quellen, den theologie- und religionsgeschichtlichen Bezügen sowie der theologischen Bewertung überhaupt. Häufig wird er wegen seiner „handfesten Werkgerechtigkeit“ (Vielhauer) scharf kritisiert, die frei machende Botschaft des Evangeliums liegt nur in merkwürdiger Brechung vorzuliegen. In neuerer Zeit ist man hier z.R. wesentlich zurückhaltender im Urteil. Er scheint ein Christentum zu repräsentieren, das orthodox sein will, das gleichzeitig aber wenig theologisch kreativ ist und das bei alledem in einer tiefgehenden Auseinandersetzung mit gefährlichen Gegnern steht, ohne sich dabei auf eine entwickelte Amtsstruktur stützen zu können.
Das Projekt besteht in der Ausarbeitung eines Kommentars, der in der Reihe "Kommentar zu den Apostolischen Vätern“ (KAV) erscheinen soll. Es geht nicht um eine Textedition, wohl aber um eine ausführliche Darstellung der einleitungswissenschaftlichen Probleme sowie insbesondere um eine durchgehende Kommentierung des Textes.

Publikationen (Auswahl):
  • Soteriologie und Ethik im Kontext von Eschatologie und Schöpfungslehre in 2. Clem 1, in: M. Evang - H. Merklein - M. Wolter, Eschatologie und Schöpfung. Festschrift für Erich Gräßer zum siebzigsten Geburtstag, BZNW 89, 1997, S. 261-274.
  • Das Gottesbild des Zweiten Klemensbriefes, in: U. Körtner – R. Schelander (edd.), Gottes Vorstellungen. Die Frage nach Gott in religiösen Bildungsprozessen. Gottfried Adam zum 60. Geburtstag, 1999, S. 361-378.
  • Das Geistverständnis des 2. Klemensbriefes im Verhältnis zu dem des Neuen Testaments, in: Wiener Jahrbuch für Theologie 3, 2000, S. 37-50.
  • Begründungen der Paränese. Ein Beitrag zum Selbstverständnis der Kirche nach dem 2. Klemensbrief, in: Wiener Jahrbuch für Theologie 4, 2002, 81-95.
  • Die Wettkampfmetaphorik im 2. Klemensbrief, in: Wiener Jahrbuch für Theologie 5, 2004, 51-65.

Apologeten

Im Rahmen der Kommentarreihe „Kommentar zu frühchristlichen Apologeten (KfA)“ werden die Teilbände Quadratus und Kerygma des Petrus kommentiert. Der wohl in Kleinasien wirkende Apostelschüler Quadratus, der von Hieronymus irrtümlich mit dem späteren Athener Bischof gleichen Namens identifiziert wurde (Vir Inl19 u.ö.), überreichte 123/24 oder 129 Kaiser Hadrian eine Apologie, von der nur ein Fragment (Eus KG 4,3,1f) erhalten ist. Es handelt von Zeugen der Werke Christi, besonders von noch lebenden Geheilten und Auferweckten. Ebenfalls nur in Fragmenten (bei Clemens Alexandrinus) erhalten ist auch das Kerygma des Petrus, das in der 1. Hälfte des 2. Jh.s entstand. Es geht um die richtige Gottesverehrung in Abgrenzung von jüdischen und heidnischen Vorstellungen sowie um Tod und Auferstehung Jesu.

 Publikationen